So kann man doch nicht!

Vielleicht hat es damit zu tun, dass ich den perfekten Kindern gerade Pippi Langstrumpf vorlese, und die schläft ja bekanntlich verkehrt herum im Bett: Die Füsse auf dem Kopfkissen und den Kopf unter der Bettdecke.

Als ich mich gestern Abend ins Zimmer des schlafenden perfekten Sohns schlich, um ihm noch ein Gutenachtküssli zu geben (ja, das mache ich. Jeden Abend. Bei beiden Kindern. Sie wissen es.), sass er mehr im Bett, als er lag, der Kopf lehnte an der Wand, die Füsse baumelten aus dem Bett, gestützt wurde er von seinen Stofftieren.

„So kann man doch nicht schlafen“, flüsterte ich, um mir gleich darauf selber zu widersprechen: „Doch, offenbar kann man. Jedenfalls er kann.“ (Sich selber widersprechen ist übrigens auch etwas, das man von Pippi lernen kann). Ich sah es als meine mütterliche Pflicht an, mein Kind ordentlich ins Bett zu legen, es seufzte ein wenig und liess es mit sich geschehen.

Und ich dachte beim Herausgehen, dass man seinen Kindern vielleicht nicht Pippi Langstrumpf vorlesen sollte, wenn man gleichzeitig den Kopf voller „so kann man doch nicht…“ hat. Aufs Vorlesen werde ich aber auf keinen Fall verzichten, und so bleibt mir nur eins: Ich überdenke meine „so kann man doch nicht…“, und meine „man sollte doch…“ und am besten gleich alle Sätze, die irgendwas mit man, müssen, sollen, können zu tun haben.

Gefährliches Mädchen, diese Pippi…

2016-02-18 09.10.13

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2 Antworten zu “So kann man doch nicht!

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