Monatsmotto Februar „Zum Abschluss bringen“: Vorneweg

Seit Juni 2014 mache ich mit bei den Monatsmottos, die Sonja auf ihrem Wertvoll-Blog sammelt. Jeden Freitag blogge ich zu dem Thema, das ich für diesen Monat gewählt habe. Im Februar 2015 heisst mein Monatsmotto „Zum Abschluss bringen“. Zurzeit beschäftigen mich einige Projekte: Angefangene, abzuschliessende, angedachte, beinahe beendete. Anfangen fällt mir einfacher als abschliessen. Planen reizt mich mehr als dranbleiben. Neues kribbelt mehr als Altes. Ich möchte die Freitage nutzen, um die abzuschliessenden Projekte voranzutreiben und wirklich Raum zu schaffen für Neues. 

Kennt ihr das? Euer Ehemann macht einen Sack altes Brot bereit, um ihn Tonis Schäfli zu bringen. Ihr stellt den Sack vor die Haustür, damit ihr sicher daran denkt, ihn mitzunehmen beim nächsten Gang ins Dorf. Und da steht er nun. Ihr gewöhnt euch so daran, dass er gar nicht mehr auffällt, und irgendwann fragt der Ehemann: „Hast du das Brot eigentlich weggebracht?“ Das Brot? Welches Brot?

Ähnlich ist es mit der Bastelarbeit der Tochter, die ihr auf die Treppe legt, um sie später in ihr Zimmer zu tragen. Nach einem halben Tag fällt euch schon gar nicht mehr auf, dass ihr jedes Mal eine Stufe auslasst, wenn ihr in den oberen Stock geht. Ihr denkt dann wieder an die Bastelarbeit, wenn der Sohn draufgestanden ist und die Tochter deswegen weint.

Ich bin Spezialist für solche Fälle. Der Wäschekorb, das Apfelmus, das Zeitungsbündel – ich lagere sie irgendwo zwischen, und dort bleiben sie.

Mit To-dos geht es mir ähnlich. Macht sich doch gut, so ein rosa Zettel auf dem Kommödli mit den Worten „Telefon Frau T.“. Den kann man gut eine Woche oder auch zwei dort liegen lassen. Das Pult ist umso schöner, je mehr Post-Its sich darauf versammeln, und die Erinnerung auf dem Handy klicke ich nach dem dritten Erscheinen weg, ohne sie noch einmal zu lesen.

 

ABER. Jetzt will ich ja meine Sachen abschliessen. Will Raum und Zeit haben, um gross zu denken. Das geht schlecht, wenn ich an einem Ende aufräume und sich am anderen die Aufgaben türmen.

Deshalb verfolge ich seit etwa zwei Wochen eine neue Strategie: Gleich erledigen!

Nach dem Einkauf die Keller-Sachen nicht vor die Treppe stellen, sondern dreimal rauf und runter laufen und alles versorgen.

Den Anruf gleich erledigen, statt einen Zettel zu schreiben.

Den leeren Blumentopf ins Gartenhäuschen bringen und nicht schnell auf den Gartentisch stellen.

Das Mail beantworten und nachher löschen.

Das Hemd des perfekten Ehemanns gleich bügeln, statt auf das Bügelbrett zu legen, bis es so viel Staub angesammelt hat, dass ich es noch einmal waschen muss.

 

Klappt? Nun – manchmal. Und immer ein bisschen besser.

Ich brauche Disziplin, da mir das Aufschieben und In-Etappen-arbeiten einfach besser liegt (also – ich es einfach mehr gewöhnt bin), und ich brauche Achtsamkeit, um zu merken, wann ich am Zwischenlagern und Vor-mich-her-schieben bin.

Der Lohn ist – abgesehen davon, dass weniger herumliegt, – dass ich am Abend nicht den Eindruck habe, zwar viel gemacht, aber nichts erledigt zu haben. Und ich habe nicht ständig dieses Gefühl im Nacken, etwas zu vergessen oder bestimmt keine Zeit zu haben, wenn es dann nicht mehr aufgeschoben werden kann.

 

Es liegen immer noch Sachen rum, ich habe immer noch unbeantwortete Mails im Posteingang, ich schreibe immer noch Zettel. Aber sie werden weniger, und ich bleibe dran, meine Sachen vorneweg zum Abschluss zu bringen.

 

Mit diesem Vorsatz endet das Monatsmotto Februar „Zum Abschluss bringen“. Ein kleiner Rückblick:

Project333″ beenden: Ich habe die Kisten aus dem Keller geholt und alle Sommersachen gleich wieder runtergebracht (inkl. leichter Schals). Ich habe von doppelt vorhandenen Stücken (z.B. Jeans mit der gleichen Form) nur eins in den Schrank gelegt und die anderen wieder weggepackt. Ich habe einige Stücke leichten Herzens in die Kleidersammlung gegeben. Ich habe meinen Schmuck und meine Schals freudig begrüsst und geniesse ihre Vielfalt. Ich habe mir vorgenommen, nichts Neues zu kaufen, sondern das, was ich habe, mit Freuden zu tragen, und erst zu ersetzen, wenn es kaputt ist.

„Linda“ fertig schreiben: Das Manuskript ist revidiert, mit dem Durchlesen und Zusammenfassen bin ich noch nicht fertig. Ich nehme das Projekt mit in den März.

Angefangene Bücher zu Ende lesen: Zwei sind fertig, zwei werden es dieses Wochenende, bleibt noch eines. Und natürlich das Bibliotheksbuch, das ich heute ausgeliehen habe und bald zu lesen anfangen werde. Nach dem Buch ist vor dem Buch.

 

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