Gesunde Kinder…

Da es zwar wunderbar entlastend ist, wenn einem ein dreckiger Boden zu einer guten Mutter macht, es aber ganz schön Druck machen kann, wenn gute Mütter immerglückliche Kinder haben müssen, folgt hier ein Kalenderblatt von Jesper Juul:

2015-02-19 08.33.02

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11 Antworten zu “Gesunde Kinder…

  1. Ja, das finde ich super. Nur leider hab ich oft nicht so viel Geduld, um die Wut, Trauer und Frustration auszuhalten. Wenn mein 2jähriger ufe will, mich dann in meinen schwangeren Bauch kickt, wieder abe will und dann immer weiter heult… Dürfen auch Mütter ihrer Wut, Trauer und Frustration Ausdruck verleihen, etwa in Gegenwart der Kinder, und wenn ja: WIE?

    • Ja die Frage ist wie. Aufstehen, bestimmt sagen, dass das so nicht geht, das Zimmer verlassen und dich Taub stellen, wenn das mit Gebrüll quittiert wird. Ich bin früher, kurz vor dem Explodieren jeweils mit der Zeitung vor Haus gegangen. Da konnte ich mich geistig ablenken und zeigte dem, den Schreihälsen dass es mir reicht. Du musst testen was für dich am Besten geht.

    • Liebe Eva, das tönt nach einer herausfordernder Zeit. Lass dich (ganz vorsichtig) drücken! Natürlich gilt es auch für Mütter, und im Namen der Authentizität bin ich dafür, dass die Kinder mütterliche Trauer, Wut und Frustration mitbekommen dürfen/sollen. Ein paar Strategien, das diese nicht ganz ungefiltert auf das Kind niederprasseln, finde ich aber auch ganz sinnvoll. Z.B. räumliche Distanz schaffen, wie Anne vorschlägt; oder tief durchatmen und bis zehn zählen, bevor man reagiert; oder zusammen mit dem Kind den Raum/das Setting wechseln. Und daran glauben, dass wieder einfachere Phasen kommen werden!

      • Danke für eure Antworten. Einiges habe ich auch schon probiert. Offenbar passen wir (mein Sohn in der Trotzphase und ich schwanger) im Moment bez. Gefühlschaos gar nicht (oder eben doch perfekt 😉 zusammen.

  2. Danke Jesper Juul! Ich schätze ihn sehr. Er sagt ja auch, dass Kinder authentische Eltern brauchen und wir deshalb auch mal meckern und explodieren dürfen.

  3. Zum Kalenderblatt von Jesper Juul.

    Ich bin Leserin der Zeitschrift „Grosseltern“ – Das Magazin über das Leben mit Enkelkindern. Da habe ich in der letzten Ausgabe einen Artikel in der Rubrik „Fragen von Grosseltern“ gelesen – zum Thema Wutanfälle. Die Diplompsychologin und Psychotherapeutin Elisabeth Schlumpf gibt Antwort.

    Frage eines 73-jährigen Grossvaters :
    Meine Tochter hat mir geklagt, dass ihr vierjähriger Bub zuhause schreckliche Wutanfälle habe. Der Vater des Jungen würde ihn jeweils in sein Zimmer sperren. Es helfe aber nichts, der Junge tobe weiter. Sie selber wäre mit der Methode nicht ganz einverstanden. Bei mir wird der Bub auch manchmal wütend, ohne dass ich den Grund weiss. Ich schlage ihm dann vor, dass einmal er, einmal ich wütend sein darf. Meist endet das Ganze in Gelächter. Aber was soll ich meiner Tochter sagen?

    Für Wutanfälle im Kleinkindalter gibt es ganz verschiedene Ursachen. Es ist eher schwierig, aus der Distanz herauszufinden, was Ihren Enkel dazu bringt. Eine neurologische Ursache ist es nicht, sonst würde der Bub sich nicht bei Ihnen anders verhalten als zuhause. Wie Sie es beschreiben, geben Sie ihm mit Ihrem Vorschlag das Gefühl der Gleichberechtigung und zugleich die Erlaubnis, seine heftigen Emotionen auszudrücken. Bei ihm zuhause gibt es Sanktionen für ein Verhalten, das nicht erwünscht ist. Die Botschaft lautet: „So haben wir dich nicht gerne. Du gehörst nicht mehr zu uns, wenn du dich so aufführst.“ Das reizt den Buben zu weiterem Protest.
    Bleibt die Frage, wie man mit seinen Wutausbrüchen umgehen soll. Im Alter Ihres Enkels sind Kinder meistens noch nicht fähig, ihre Emotionen zu kontrollieren, das heisst, sie verlieren ihre Grenzen. Ein gutes Hilfsmittel ist die sogenannte Haltetechnik, bei der man das Kind ganz fest in die Arme nimmt. Dazu sagt man: „Ich helfe dir jetzt, deine Wut zu halten, und wenn sie verdampft ist, lasse ich dich wieder los.“ Es ist also keine Strafe, sondern eine Unterstützung. Die Wut ist erlaubt, und das Kind bekommt die Botschaft, dass es wieder frei ist, wenn das heftige Gefühl sich gemässigt. hat.
    Wichtig ist auch zu beobachten, was denn die Anfälle auslöst. Wut wird meist durch Frustration erzeugt oder durch Ueberforderung. Bei den Eltern Ihres Enkels wäre es wohl wichtig, dass sie sich einig werden in der Strategie des Umgangs mit den Wutanfällen. Wenn das nicht gelingt, könnte das Aufsuchen einer Elternberatungsstelle hilfreich sein ——– so Elisabeth Schlumpf.

    Vielleicht könnte dieser Vorschlag – „Haltetechnik“ – ein Versuch wert sein – falls nötig…..
    Die Blogs, liebes perfekt-Mami, sind einfach wunderbar!
    Ich bin gespannt auf dein Buch!

    • Danke, Doris! Die Antwort von Frau Schlumpf gefällt mir gut, weil Wut erlaubt ist und ein Weg gezeigt wird, mit ihr umzugehen. Ob die „Haltetechnik“ für ein Kind angenehm und hilfreich ist, findet man wahrscheinlich schnell heraus, indem man es ausprobiert.
      Der perfekte Sohn und ich hatten jeweils das Problem, dass er in Krisensituationen meine körperliche Nähe suchte, während ich dringend Abstand brauchte. Unterdessen haben wir beide recht gute Beruhigungsstrategien für uns selber gefunden, und es knallt nicht mehr häufig zwischen uns!

      • Das freut mich.
        Das mit der Haltetechnik denke ich auch – sicher gibt es Kinder, die sich dann auch nicht halten lassen oder eben – dass man selber Abstand braucht. Das „Selberherausfinden“ ist doch immer das Beste.

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