Im Weihnachtsbücher-Schlaraffenland

Wenn mich meine Kindheitserinnerung nicht trügt, stellte meine Mutter jedes Jahr in der Adventszeit ein Körbchen mit Weihnachtsbüchern in die Stube. Zum Erzählen und Anschauen. Der „Balzli“ war zum Beispiel drin (die Weihnachtsgeschichte in Versform von Ernst Balzli), das Bilderbuch von Felix Hoffmann und „Rahel, die kleine Bettlerin“. Soweit meine Erinnerung und aus ihr kam mein Wunsch, es meiner Mutter gleich zu tun und unsere Weihnachtsbücher allen zugänglich in der Stube auszustellen.

Nun, ich bin ein Bücherfreak. Eine Büchersammlerin. Ein Bilderbuch-Addict. Freundin und Tochter von Bücherfreaks, die es lieben, Bücher zu verschenken und die wissen, dass ich es liebe, Bücher zu bekommen. Mutter von Kindern, die zu Bücherfreaks erzogen werden, Bücher geschenkt bekommen und in der Bibliothek welche ausleihen. Minimalismus mag in meinem Kleiderschrank ein Experiment wert sein, in meinem Bücherregal hat er keine Chance. Auch nicht in der Abteilung „Advent und Weihnacht“.

2014-12-10 12.08.44

Aussortieren? Dieses Jahr das eine Buch in die Kiste legen und das andere dann im nächsten Jahr? Meine Familie und bücherinteressierte Besucher mit einer kleinen, feinen Auswahl an hübschen, wertvollen Weihnachtsgeschichten beglücken? Tönt gut, passt aber gerade nicht. Ich schleppe sie alle in die Stube, fülle eine Schachtel und dekoriere den Fenstersims.

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Kaum ist die Ausstellung arrangiert, schnappt sich der perfekte Sohn ein Puzzlebuch aus der Schachtel und ist für längere Zeit gut beschäftigt.

„Werom hesch du alli die Büecher i d’Stube treit?!“, fragt eine hörbar skeptische perfekte Tochter, als sie von der Schule nach Hause kommt, und meine Erklärung scheint sie nicht ganz zufrieden zu stellen.

Ja, das adventliche Leben im Bücherüberfluss kann einen freuen oder überfordern, ich verstehe beides. Und ich werde die kleine feine Auswahl treffen, indem ich mir jeweils am Abend oder in einem anderen passenden oder unpassenden Moment ein Buch schnappen und mich damit aufs Sofa setzen werde. Ganz bestimmt werde ich dabei selten lange allein bleiben.

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2 Antworten zu “Im Weihnachtsbücher-Schlaraffenland

  1. Wie wunderbar! Auch unsere Kinder wachsen als Bücherfreaks auf :-), doch das ist ja auch keine Überraschung. Aber ich habe tatsächlich schon einmal indirekt eine leise Kritik von meiner Schwiegermutter bekommen, dass unsere Kinder sooo viele Büechli haben. Ich halte es wie du, PerfektMami: Minimalismus und sich-aufs-Wesentliche-beschränken sind durchaus sinnvoll, aber NICHT bei den Büchern! Bücher können die Kinder nicht zu viele haben.

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