Kinder gut!

„Wir sollten uns nicht so viele Sorgen machen“, sagte mein perfekter Ehemann gestern zu mir. Der Kontext war, dass er mit der Klasse des perfekten Sohnes im Wald gewesen war und diesen quasi an seinem Arbeitsort erleben konnte. Und was er sah, gefiel ihm. Ein prima integriertes Kind, das gut und gern gehorcht, sich ins Zeug legt und die Gelegenheiten zum Spielen ausführlich nutzt, am liebsten zusammen mit einem gleichaltrigen Jungen. „Es geht ihm richtig gut dort. Wir sollten uns nicht so viele Sorgen machen!“ Aha, du machst dir also auch Sorgen, dachte ich und hätte gern nachgefragt, welche genau. Meine kenne ich: Die Sorgen, dass er sich mit seinem Perfektionismus und seiner Sensibilität permanent überfordert im Chindsgi und später in der Schule. Dass er mit seinen je nach Bereich völlig unterschiedlichen Entwicklungsständen nie wirklich in eine Klasse passen wird. Und Ähnliches. Aber ich habe nicht nachgefragt und nicht diskutiert mit dem perfekten Ehemann, ich habe mir nur seine Worte zu Herzen genommen. „Wir sollten uns nicht so viele Sorgen machen!“ Richtig, hören wir – höre ich – auf damit. Höre ich auf zu sagen: „Ich weiss, dass es nichts bringt, aber…“, Kein Aber. Keine Sorgen. Es geht ihm gut.

„Deine Tochter gut!“, sagte heute Morgen eine türkische Bekannte zu mir, deren Sohn mit meiner Tochter in die Klasse geht. „Ja!“, nickte ich. Zu jemandem, deren deutscher Wortschatz grösser ist, hätte ich etwas ausgeholt, erzählt, was genau gut läuft und was etwas weniger, aber in diesem Fall liess ich es einfach so stehen. Meiner Tochter geht es gut in der Schule, sie macht es gut, es ist gut.

Manchmal wünsche ich mir, einen Blick in die Zukunft werfen zu können. Möchte schnell güxlen, wie es meinen Kindern im nächsten Jahr, in ein paar Jahren, als Erwachsene gehen wird. Damit ich beruhigt bin oder meinetwegen auch, damit ich weiss, was kommt und mich dafür wappnen kann. Denn irgendetwas kommt sicher! Wäre doch gut, ungefähr zu wissen, was und wann. Nun, ich kann es nicht und bestimmt ist das auch besser so. Was ich kann, ist den Moment nehmen, wie er ist und die Herausforderungen annehmen, wenn sie kommen. Es ist nicht immer gut, es wird nicht immer gut sein und ich will nicht die Augen verschliessen vor den Schwierigkeiten. Aber wenn es gut ist, will ich es einfach geniessen!

Und so gilt heute:

Ich mache mir keine diffusen Zukunftssorgen.

Ich freue mich, dass es meinen Kindern gut geht.

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