Monatsmotto September „Bad Moms“: Das Auge der Betrachterin

Die „good Mom“:

  • kleidet ihre Kinder der Witterung entsprechend ein (geht an einem sonnigen Samstagmorgen mit ihnen ins Schuh- und Kleidergeschäft, um Fehlendes zu besorgen)
  • achtet aufs Familienbudget (deshalb der sonnige Samstagmorgen: Die Schuhgeschäfte bieten 20% Rabatt dieser Tage)
  • erfüllt den Kindern auch mal einen Wunsch einfach so (kauft dem Sohn Erdnüssli und der Tochter „Generoso“-Kuchen)
  • aber nicht jeden (kein Orangina für den Sohn und keinen Plastikplunder, den der Grossverteiler gross verteilt für die Tochter)
  • zeigt Verständnis für ihre Kinder (z.B. wenn die Tochter es MEGABLÖD findet, Hosen zu probieren)
  • ist konsequent (z.B. wenn die Tochter die Hosen trotzdem probieren muss)
  • lässt ihre Kinder mitentscheiden (der Sohn darf rote und gelbe Hosen haben und die Tochter Gummistiefel, auch wenn die Mutter Gummistiefel blöd findet)
  • erzieht die Kinder zur Selbstständigkeit, auch in finanziellen Dingen (die Tochter darf ihr Sackgeld für den neunundreissigsten Plastikball ausgeben – und wenn sie sich im letzten Moment doch noch fürs Sparen entscheidet, wird auch das von der Mutter nicht gewertet)
  • sorgt dafür, dass die Kinder zu essen haben (kauft Vorräte und ruft um 12 Uhr den perfekten Vater an, er solle doch bitte mit Kochen beginnen, sie seien bald zuhause)

 

Die „bad Mom“:

  • stellt Konsum über Naturerfahrung (geht mit ihren Kindern bei Sonnenschein ins Einkaufscenter statt in den Wald)
  • verwöhnt ihre Kinder (kauft ihnen Erdnüsse im September und Gummistiefel)
  • überfordert ihre Kinder (lässt sie mit Fr. 6.- Sackgeld vor einem riesigen Spielsachengestell allein)
  • ist verschwenderisch (kauft dem Sohn eine Herbstjacke, obwohl er doch Faserpelz und Regenjacke kombinieren könnte)
  • stellt ihre Kinder blöd hin („Stürm nur weiter! Es nützt dir eh nichts.“)
  • hat die Zeitplanung nicht im Griff (läuft um 12 Uhr noch mit ihren hungrigen Kindern durch den Laden und weist den Vater per Telefon an, mit Kochen zu beginnen)
  • nimmt ihre Bedürfnisse wichtiger als die der Kinder (hetzt die Kinder durch den Laden und bleibt dann stehen, um seelenruhig mit einer Bekannten zu plaudern)
  • ist inkonsequent (lamentiert, dass Fr. 30.- für unnötige Gummistiefel viel sind und sagt trotzdem ja)
  • kauft Berge von Süssigkeiten (DAS war an einem anderen Tag, deshalb hat es heute nur einen Kuchen gegeben)

Es liegt im Auge des Betrachters, oder sagen wir der Betrachterin, auf welcher Seite wir stehen. Was sie wertet. Wie sie wertet. Warum sie wertet.

Ich weiss natürlich, dass es sie tatsächlich gibt, die Mütter und Väter, die ihren Kindern Böses antun. Dort ist Hinschauen und manchmal Einmischen richtig und wichtig. Aber dann geht es nicht um Süssigkeiten oder Früchte. Um Gummistiefel oder hochwertige Goretex-Schuhe. Um die Frage, wie genau das richtige Mass an Konsequenz aussehen soll. Um die richtige Gestaltung von sonnigen Samstagmorgen. Ich will bei diesen Themen nicht (mehr) den Mütter-Massstab anlegen, sondern daran denken, dass unsere Entscheidungen aus unseren Werten, Erfahrungen und Umständen entstehen und die nun mal verschieden sind. Darüber diskutieren: Fast immer gern. Verurteilen: Wenn möglich nicht.

2014-08-15 14.47.26

Mehr zu den good und bad Moms:

Bad Moms

Wie sind eigentlich die Guten?

 

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