Romantik und Mystik im Engadin

Dejà-vu: Es ist Freitagmorgen gegen Mittag, die Koffer sind gepackt, das Mittagessen ist bereit, wir warten nur noch, bis die Kinder von Schule und Chindsgi nach Hause kommen, um schnell zu essen und dann loszufahren – die Kinder werden von den Grosseltern abgeholt, der perfekte Ehemann und ich fahren ins schöne Engadin. Da klingelt das Telefon. „Oh nein!“, entfährt es mir, das hatten wir doch schon einmal! „Der Kindergarten“, sagt der perfekte Ehemann mit einem Blick aufs Display tonlos. „Nimm ab!“, dränge ich und er meldet sich ins Telefon: „Hallo? Ja… Aha, er kommt ohne Rucksäckli nach Hause? Aber ER kommt nach Hause???! Aha, gut. Und es geht ihm gut? Ja, nur das Rucksäckli? Ach Sie, das macht gar nichts! Nein, wirklich nicht! Nein, wir können es nicht holen in der Turnhalle, wissen Sie, wir sind weg übers Wochenende! Ja, Sie haben uns vielleicht einen Schrecken eingejagt! Danke, auf Wiederhören!“ Wie schauen einander an. Das war knapp! Kurz darauf kommt der rucksacklose Sohn nach Hause, dann die Tochter, die unbedingt etwas erzählen muss, was heute in der Schule ganz blöd gelaufen ist. Noch ein Blick zwischen dem perfekten Ehemann und mir. Wie schlimm ist es wohl? Wie sehr hat es sie durcheinander gebracht? Sie erzählt, sie ereifert sich, aber es ist klar, die Geschichte ist vorbei, sie wird das Wochenende nicht beeinträchtigen. Guet…

Ja, es hat geklappt! Wir verabschiedeten uns kurz nach 13 Uhr von zwei gutgelaunten Kindern, die das Fenster in Grosspapis Autodach wahnsinnig spannend fanden, und machten uns kurz darauf auf den Weg zur Bushaltestelle. Wir zwei, die uns zum achten Hochzeitstag ein Romantik-Wochenende in der Chesa Salis in Bever schenkten. In dem Hotel, in dessen Garten sich der perfekte Ehemann letzten Sommer einen Nachmittag lang betüdeln liess, als er wegen seiner gebrochenen Zehen nicht mitwandern konnte ins Val Bever.

Zugegeben, am ersten Abend hat es geregnet, ganz fest. Aber wen stört das, wenn man trockenen Fusses direkt aus der Bergbahn ins Restaurant gelangt, wo einem ein Romantik-Dinner erwartet? Aussicht? Ja klar, dort unten sind die Seen und später ein paar Lichter und sowieso hat die Bedienung doch recht, wenn sie findet, Wolken und Regentropfen gäben eine mystische Stimmung. Und gut ist sie, die Stimmung auf dem Muottas Muragl!

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Am Samstag war es trocken, warm und perfekt zum Wandern. Im Erwachsenentempo, mit Zeit zum Reden und Schweigen. Erfüllt mit grosser Dankbarkeit, dass der perfekte Ehemann wieder wandern kann. Später nahmen wir die Bergbahn noch einmal und sahen uns die mystische Aussicht etwas genauer an. Bei einem Glas Weisswein, denn dass dieser gut ist, wussten wir schliesslich vom Abend vorher. Man ahnt es, ein paar Regentropfen kamen dann doch noch, aber da waren wir schon wieder unten.

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Das Romantik-Dinner der Chesa Salis-Küche war unglaublich gut und verleitete den perfekten Ehemann zur Aussage: „So gut habe ich noch nie gegessen!“

Der Sonntagmorgen im Hotelgarten:

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Dann der Abschied vom Engadin, der immer furchtbar schwer fällt, die Heimreise, das Auspacken, das Begrüssen von glücklichen Kindern und Grosseltern, der Wiedereinstieg in den Alltag.

In den wir einen Hauch von Romantik und Mystik mitnehmen.

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4 Antworten zu “Romantik und Mystik im Engadin

  1. Die Zusatzgrossmama kam per Zufall – dank der ins Engadin abgereisten perfekten Eltern in den Genuss eines wunderbaren Telefongesprächs mit der perfekten Zusatzenkelin – ein schönes Wochenendgeschenk! Danke!

    • Wirklich? Davon wusste ich noch gar nichts! Ich weiss aber, dass sie eine sehr begabte Telefoniererin ist und freue mich, dass ihr Gelegenheit hattet, miteinander zu reden.

  2. Hach. Im Engadin waren wir gerade zum ersten Mal. Am vorletzten Tag (im Bad in Scuol mit Ausblick auf die Berge) dachte ich: „Ich brauche nie wieder eine Ferienregion recherchieren. Hier fahren wir jetzt immer hin.“ Schade nur, dass es für uns so weit weg ist. 🙂

    • Liebe Dina, ich habe eben erst gemerkt, wiiiiiiie weit weg vom Engadin ihr wohnt! Umso schöner, dass ihr es entdeckt habt. Bei euch ist es aber auch ganz toll, einfach ganz anders!

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