Gegen Ferien-Langweile

„Mir isch es langwiilig!“, jammerte die perfekte Tochter heute Morgen. Am Morgen des Tages, den ich extra für sie ganz frei gehalten hatte, da ich fand, sie brauche mal etwas Ruhe und Zeit, um ganz zuhause anzukommen. „Prima!“, war meine typisch mütterliche Antwort und es kam noch schlimmer: „Ich wollte sowieso mit euch euer Zimmer aufräumen. Dann machen wir das doch gleich!“ – „Neiiiii!“ – „Doch. Anziehen, Zähne putzen und dann aufräumen.“ Offenbar war die Langweile sehr schlimm, es gab nämlich keinen Widerstand mehr.

„Ihr räumt die Kistchen über euren Betten aus, damit ich sie abstauben kann. Werft in den Abfall, was ihr nicht mehr braucht, und sortiert, was ins Kistchen gehört und was ihr woanders versorgen wollt“, wies ich die Kinder an und widmete mich selber dem Büchergestell. Der perfekte Sohn warf einige gebrauchte Papiertaschentücher und zwei kaputte Schlüsselanhänger weg. Dann fand er ein Quartett, das er mit zwei seiner imaginären Freunde zu spielen begann. Die perfekte Tochter war hauptsächlich damit beschäftigt zu kontrollieren, ob der perfekte Sohn und ich etwas in den Abfall warfen, was sie noch brauchen könnte, aber schliesslich war aber auch ihr Kistchen leer. „Mami, chasch abstaube!“ Sie verzog sich derweil ins Badezimmer, um auf dem Plattenboden einen Kreisel auszuprobieren, den sie gefunden hatte. Der perfekte Sohn entdeckte die Kugelbahn, die ich vom Büchergestell geräumt hatte, und begann, damit zu spielen. „Mami!“, rief es plötzlich aus dem Badezimmer, „jetzt isch es mir gar nümme langwiilig!“

Manchmal sind sie wirklich gut, die typisch mütterlichen Ideen, dachte ich und beschloss, einen Kaffee zu trinken, bevor ich das nächste Gestell in Angriff nahm. Die Kinder waren ja nun beschäftigt.

2 Antworten zu “Gegen Ferien-Langweile

  1. Wie schön, ist die perfekte Familie wieder gut zu Hause angekommen – sie wurde auch im Wallis vermisst – und ja auch schon wieder voll in Aktion mit Alltagsgeschichten! Herzlich willkommen zu Hause!

    • Danke, wie schön, so willkommen geheissen zu werden! Und wir freuen uns auf die nächsten Ferien im Wallis – wann auch immer – und darauf, euch zu sehen und live zu erzählen, wie es ist, Ferien am Meer zu machen statt in den Bergen.

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