Die Streptokokken schlagen wieder zu

Gestern Morgen:

„Grüezi, unsere Tochter hat wahrscheinlich Scharlach. Können wir vorbei kommen und einen Abstrich machen?“, fragte ich ins Telefon und die medizinische Praxisassistentin unseres Kinderarztes antwortete: „Was hat sie denn?“ Ihre Stimme klang freundlich, aber auch ein bisschen skeptisch aufgrund meiner forschen Selbstdiagnose. „Halsschmerzen, Fieber und seit heute Morgen einen Ausschlag am Körper.“ Nun fehlte die Skepsis in der Stimme, als sie antwortete: „Ja – können sie um zwanzig nach neun hier sein?“ Konnten wir und die Utensilien für den Abstrich lagen bereits bereit, als wir ankamen. Es vergingen auch keine drei Minuten, bis der Kinderarzt das Antibiotika verschrieben hatte und die perfekte Tochter war die einzige, die sich wirklich für das + auf dem Test interessierte. „Und er?“, fragte ich mit Blick auf den perfekten Sohn, der ja erfahrungsgemäss vier Tage nach seiner Schwester Scharlach kriegt (s. Antibiotika zum Frühstück). „Alles der Reihe nach“, meinte der Arzt, „kommen Sie vorbei, wenn er Halsschmerzen oder Fieber hat. Und Sie haben auch eine belegte Stimme. Passen Sie auch auf sich auf!“ (Ja, liebe Freundin S., da staunst du, was? Unser sachlicher, norddeutscher Kinderarzt!)

 

Heute Morgen:

Die perfekte Tochter reagiert auch dieses Mal fantastisch aufs Antibiotika: Nach der ersten Dosis war sie so fit, dass man ihr die Krankheit fast nicht mehr anmerkte, nach der zweiten hüpfte sie wie wild im Planschbecken herum und nach der dritten ist sie mit Feuereifer an einem intensiven, zeitraubenden Bastelprojekt im Garten. Der perfekte Sohn hat immer nur dann Halsschmerzen, wenn er Lust auf ein Bonbon oder einen süssen Kräutertee hat und ich beherzige den Tipp des Arztes und schaue für mich: Ich gehe heute zum Coiffeur!

 

P.S. Eigentlich wäre ein weiteres fantastisches Camping-Wochenende geplant gewesen, aber das geht ja nicht mit einem zwar fitten, aber hochansteckenden Kind. Eventuell kriegen unsere Nachbarn heute noch ein Spektakel geboten, das eigentlich für die Mitcamper gedacht war : Die perfekte Familie stellt ihr Vorzelt auf! Aber nur vielleicht. Vielleicht kommt auch das wieder anders.

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