Familien-Biorhythmus

Unter der Woche gibt es etwa um zehn nach zwölf Zmittag, denn dann ist die perfekte Tochter sicher aus dem Chindsgi zurück. Wenn wir noch auf das Tageskind aus der Schule warten müssen, wird es etwa zwanzig nach zwölf, wobei es da meistens so ist, dass das Essen bereit ist, bevor das Kind eingetroffen ist. Gewohnheit halt.

Aber heute – heute ist es anders. Die perfekte Tochter ist auf der Chindsgi-Reise und kommt fürs Zmittag nicht nach Hause, Tageskinder kommen auch keine, der perfekte Sohn und ich können uns den Morgen einteilen, wie wir wollen. Einkaufen gehen, wann es uns passt, gemütlich den Aktionen entlang schlendern, drei Paar neue Hosen für ihn aussuchen, da die letztjährigen neben den Flicken schon wieder neue Löcher haben, noch ein bisschen fernsehen vor dem Elektronikgeschäft, in den Fabrikladen fahren, um Chäschüechli zu kaufen. Zuhause gemütlich auspacken, die Überraschungs-Chips essen, die er haben darf, weil die Schwester ein Päckli auf die Reise mitnehmen durfte, Wäsche aufhängen, Zopfteig machen, das Puzzle aus dem Chips-Pack zusammen setzen und dann gemütlich anfangen zu kochen.

Essen ist fertig, wir sitzen am Tisch und ich schaue auf die Uhr. Zehn nach zwölf.

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