Abenteuer-Urlaub im Wellness-Hotel

Auch wenn der perfekte Ehemann und ich es immer noch nicht recht glauben können: Diesmal hat es geklappt! Wir waren für drei Tage im Wellness-Hotel, während die Kinder ihre perfekten Grosseltern genossen und umgekehrt. Ach, was war es schön!

Und so abwechslungsreich und spannend:

Die Socken

„Ich habe vergessen, saubere Socken einzupacken!“, stellte der perfekte Ehemann am ersten Abend erschrocken fest. „Oje“, antwortete ich wenig mitfühlend und zwängte mich in die Strümpfe, die ich zu meiner Abendgarderobe tragen würde. Am nächsten Morgen vor dem Frühstück meinte ich spöttisch: „So – ich ziehe jetzt ein Paar saubere Socken an. Schön, gell? Ich bin schon noch froh, muss ich nicht die von gestern anziehen. – Aber… – wo habe ich denn meine… Das gibt es doch nicht! Wo sind meine Socken?! Ich habe meine Socken auch vergessen!!!“ – „Oje…“, tönte es wenig mitfühlend aus dem Badezimmer.

Nach dem Frühstück fuhren wir ins malerische Thun und kauften im Januar-Ausverkauf je zwei Paar Socken. Und am Märit zwei Stück Alp-Käse als Mitbringsel.

Der Lift

„Wie lang bliibeter hie?“, fragte der ältere Herr mit gelber Leuchtweste, der vor dem Hotel stand, als wir von unserer Shoppingtour zurück kamen. „Bis morgen Abend.“ – „Im Hotel?“ – „Ja.“ – „Sid er richtigi Hotelgäscht, nid vome Seminar?“ – „Ja!“ – „De chömid.“ Er lotste uns zu einer Einfahrt, die wir bis anhin nicht gekannt hatten. „Da hinten ist ein Lift. Ihr fahrt in den Lift hinein. Wenn ihr drin seid, schliesst sich die Türe und der Lift fährt hinauf. Nachdem er gestoppt hat, öffnet sich die vordere Tür, ihr fahrt hinaus und parkiert da.“ Sind Sie sicher? Er lächelte freundlich und nickte. Na dann. Und so kam unser Familienauto zu seiner ersten Liftfahrt und zu seiner ersten Übernachtung im gleichen Raum mit einem Ferrari!

Heimfahren wollte dann übrigens der perfekte Ehemann. Er wollte auch einmal mit dem Auto in einen Lift hinein fahren.

Mord im Wellness-Hotel

Natürlich fand er nicht wirklich statt (hoffen wir zumindest), aber nachdem wir einmal angefangen hatten, unser Hotel als Tatort für einen Krimi anzuschauen, kamen uns unzählige Ideen. Ich glaube, es hat im Autolift angefangen, der sich als Fundplatz für eine Leiche sehr gut eignen würde. Dem perfekten Ehemann gefiel auch das Szenario des weissen Bademantels im Ruheraum, der sich langsam rot färbt… Blutige Fussabdrücke, die sich durch den Wellness-Bereich ziehen… Wir stellten uns geheime Räume vor im weitverzweigten Hotel und die freundliche alte Dame, die wir immer im Speisesaal und in der Bar trafen und die gern mit den anderen Gästen ins Gespräch kam, war bestimmt Detektivin. Oder die Mörderin… Fehlte in der fidelen Truppe jener Seminarbesucherinnen nicht plötzlich ein Mitglied? Und warum mussten wir wohl so lange auf den Lift warten? Klar, weil in einem der unteren Stöcke eine Leiche entsorgt werden musste!

Der falsche Drink

Mojito oder Pina Colada? Ich konnte mich nicht entscheiden, der perfekte Ehemann riet zu Mojito und kaum näherte sich der Kellner mit dem Glas, da kam mir in den Sinn, dass ich den Mojito das letzte Mal in dieser Bar nicht besonders gemocht hatte. Die Erinnerung bewahrheitete sich leider. „Zitronenwasser“, war das vernichtende Urteil des perfekten Ehemannes. Ich seufzte. Teures Zitronenwasser! „Soll ich reklamieren?“, fragte er. „Nein! – Das mache ich wennschon selber.“ Wenn auch ungern. Aber Zitronenwasser als krönender Abschluss eines schönen Abends? Nein. Da musste ich zu später Stunde noch einmal all meine Sozialkompetenz zusammen nehmen. „Er schmeckt mir nicht…“ –„ So, warum nicht? – „Zu sauer…“ – „Was machen wir denn jetzt? Darf ich Ihnen etwas anderes bringen?“ – „Ja! Pina Colada bitte!“ So kam ich doch noch zum richtigen Drink und zwar zu einem, der einen ordentlichen Schuss Rum enthielt. Falls die Strategie dahinter war, dass mir das Reklamieren vergeht, ist sie voll und ganz aufgegangen.

Das wahre Abenteuer

Im Übrigen war unser Wellness-Urlaub einfach nur pure Entspannung und das Geniessen der Abwesenheit jeglicher Pflichten. Kein Auf-die-Uhr-schauen, keine „Mamiiiii“- oder „Papiiiii“-Rufe, keine Entscheidungen abgesehen von der Wahl des richtigen Drinks. Sondern ganz viel Zeit und Musse für die Pflege unseres grossen gemeinsamen Lebensabenteuers Ehe.

6 Antworten zu “Abenteuer-Urlaub im Wellness-Hotel

  1. Das gönn ich euch von Herzen!
    Ich habe mich schon gefragt, ob ihr in den Skiferien seid, weil soo lange kein Blog-Eintrag mehr kam 😉

    • Ein spannender Krimi mit allem Drum und Dran – das entschädigt für die Blog-Abstinenz! Ich wollte ja schon einen Detektiv zur Abklärung der Abwesenheit der perfekten Familie aussenden.
      In der gleichen Zeit erlebte ich als Eselbetreuerin einen wahren Krimi : eines morgens war das Wasser der Eseltränke unerklärlicherweise abgestellt und am übernächsten Morgen lag der Eselhüter (Elektrogerät – nicht ich) unerklärlicherweise abgestellt im Schnee. Detektive sind gesucht.
      Ich glaube, ich brauche ein Wellnesswochenende!

      • Danke für alle die Grüsse aus dem Wallis :-). Perfektzusatzgrossmama, ich hoffe, der Krimi löst sich bald unspektakulär auf und ich bin sehr froh, dass nicht du abgestellt im Schnee lagst!

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