Zum Jahresende

Kein Jahresrückblick – das Jahr ist ja noch nicht zu Ende. Und ein traditionelles Highlight fehlt noch, nämlich die Mama-Shopping-Tour am 31. Dezember im schönen Lugano. Geplant ist sie bereits minutiös bis in jedes Detail, was auch nicht schwierig ist, denn es gilt: The same procedure as every year.

Keine guten Vorsätze – die fasse ich, wenn sie mir zufallen, was meistens nicht Ende Dezember ist.

Auch keine Auswertung des in diesem Jahr geführten Kassenbuchs – die liegt noch nicht vor (kann sie ja nicht, bevor die Mama shoppen war) und gehört wahrscheinlich auch gar nicht in den Blog.

Nur ein kurzer Blick zurück auf zwei noch nicht abgeschlossene Themen der letzten Wochen:

Als Bloggen allein nicht mehr geholfen hatte und der perfekte Sohn und ich in die Kinesiologie gegangen waren, sah ich Lichtblicke, fand, dass es uns besser ging. Unterdessen kann ich sagen: Wir haben grosse Schritte gemacht! Er scheint den langen Weg aus dem Trotzalter gefunden zu haben, hat zwar seinen starken Willen und sein ab und zu cholerisch anmutendes Temperament behalten, kann aber viel besser damit umgehen. Scheint nicht mehr gefangen zu sein in seinen Emotionen, sondern hat Ventile gefunden, sie rauszulassen („du dumms, blöds Mami!“ kann dazu gehören, was ich definitiv besser ertragen kann, als geschlagen zu werden). Kann sich auch mal „zäme näh“ und etwas runterschlucken. Bewegt sich anders, hüpft, läuft, balanciert, wandert, klettert, tschuttet, fährt Velo. Er kann von mir weggehen, er geht auch freiwillig, er bleibt mit anderen Kindern ohne Erwachsene auf dem Spielplatz, er geht ohne Aufsicht mit dem Sackmesser nach draussen zum Sägen und kommt zwar schniefend, aber gefasst zurück, nachdem er sich in den Finger geritzt hat. Und damit wären wir bei mir. Ich kann ihn gehen lassen. Vertraue ihm. Glaube daran, dass er sich im Griff hat und nicht beim ersten Ärger mit dem Sackmesser andere Kinder bedroht oder beim zweiten Frust kopflos über die Strasse rennt. Das ist richtig fest schön.
Zu schön, um wahr zu sein? Ja klar, das hier ist die Zusammenfassung, das grosse Ganze, der offensichtliche Schritt in die richtige Richtung. Es gibt sie, die unschönen, unbeherrschten Momente, in Ausnahmezeiten wie Weihnachten gern etwas häufiger als sonst. Heute Abend zum Beispiel hat er eine wüste Szene hingelegt und seine Schwester so beschimpft, dass sie ganz fest weinen musste, weil das Pijamaoberteil nach dem Anziehen verkehrt herum an ihm hing, obwohl er es doch richtig bereit gelegt hatte. Geht natürlich gar nicht, blödes Piji und blöde Schwester! Aber das ändert überhaupt nichts am guten grossen Ganzen.

Die zweite offene Frage, die ich noch im alten Jahr beantworten will? Gute zwei Wochen nach dem Besuch bei meinem Ersatzcoiffeur hat meine Begeisterung kein bisschen nachgelassen. Obwohl „perfektgrosvati“ von blossem Auge tatsächlich keinen grossen Unterschied feststellen konnte, ist alles perfekt. Ob die Haare offen sind, schnell hochgesteckt oder sorgfältig zusammen gebunden – es passt einfach. Und das ist auch richtig schön!

Und so wünsche ich meinen Leserinnen und Lesern einen richtig schönen Start in ein richtig schönes Jahr. Möge das grosse Ganze stimmen und die Frisur sitzen. Und mögen Glück und Segen euch begleiten durch das Perfekte und das Unperfekte.

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