Freiheit für den Kopf

Ich habe eine Weiterbildung angefangen, die nur an Samstagen stattfindet, also ideal für die Familienfrau. Zu der Weiterbildung gehört auch eine schriftliche Arbeit.  Mein grundsätzliches Thema dafür habe ich ausgewählt, es ist aber noch sehr grundsätzlich und als nächster Schritt steht die Projektskizze an. Ich freue mich darauf, diese zu machen, wie ich mich über die ganze Weiterbildung und das damit verbundene „Kopffutter“ freue. Es hat zwar mit Familien zu tun, aber nicht mit meiner und nicht mit Haushalt und nicht mit mir als „Mami von…“. Ich kann zuhören, diskutieren, verstehen, einordnen, aufschreiben, analysieren, anwenden – eben, viel Kopfzeug und meinem Kopf tut das gut.

Um die Projektskizze zu machen, brauche ich Zeit. Mehr Zeit als einfach die Stunde über Mittag, die zudem unterbruchsgefährdet ist, denn ich habe trotz mehrjähriger Erfahrung immer noch Mühe, die Konzentration aufrechtzuerhalten, wenn ich zwischendurch zum Trösten, Helfen, Pflästerliaufkleben, Füdliputzen, Sachensuchen,… gerufen werde. Die Bettruhe der Kinder ist zur Zeit so spät, dass sich die Zeit danach nicht mehr eignet für Kopfarbeit. Auf meine freien Morgen, wenn der perfekte Sohn in der Spielgruppe und die perfekte Tochter im Chindsgi ist, mag ich mich seit den Erfahrungen im letzten Quartal nicht verlassen und so habe ich meine Eltern gebeten, mit den Kindern einen Ausflug zu unternehmen, damit ich einige Stunden Ruhe habe für meine Projektskizze und evtl. noch für anderes, das sich besser in Ruhe erledigen lässt. Je nachdem.

Und jetzt sind sie weg! Sie fahren in den Zoo! Das dauert ein Weilchen und bis sie wieder zuhause sind, habe ich mehrere Stunden vor mir. Ich bringe das Grinsen nicht aus dem Gesicht, seit ich wild winkend unter der Haustüre gestanden bin und meine Mutter als einzige artig zurück gewinkt hat. Ich habe Zeit für mich. Für meine Projektzskizze. Für mein Projekt. Also los. Bloggen kann ich auch in der Mittagsruhe, jetzt wird skizziert. *Grins*.

8 Antworten zu “Freiheit für den Kopf

  1. Mit zwei 4.5jährigen Spielgruppenmädchen und einem 2.5jährigen Bueb bin ich noch weit entfernt von Weiterbildung mit schriftlicher Arbeit und Projektskizzen. Aber ich freue mich von Herzen für dich!
    Was mir jeweils gut tut bei so kinderfreien Zeiten:
    einen grossen Moment am Anfang einplanen für die Freude über diese kinderfreie Zeit. Damit ich anschliessend wirklich frei bin für das, was ich mir eigentlich vorgenommen habe… :-). In deinem Fall heisst das eben bloggen.

    • Ja siehst du, du verstehst mich! Mein perfekter Ehemann konnte nicht verstehen, dass ich zuerst blogge, anstatt mich sofort in die Arbeit zu stürzen ;-). Aber es hat sich gelohnt, ich habe die Skizze geschafft!

  2. Oh wie ich diese Zeit auch geniesse. Zwar bin ich dann mit dem Pferd unterwegs, aber das ist so was anderes, dass man dies richtig geniessen kann! Viel Spass beim Skizzieren 🙂 Musst mir dann mal erzählen was du genau machst. Lg Alexandra

  3. Also für die perfekten Grosseltern war das natürlich ein geschenkter Tag und wenn dabei der erwünschte Nebeneffekt auftrat, dass das perfekte Mami bloggen kann und Projekte skizzieren ist das schon recht. Mit diesen interessierten Grosskindern im Zoo, das ist ein unbezahlbares Erlebnis. Die blieben vor jedem Aquarium, Terrarium, Vivarium, Käfig, Gehege, Graben, Biotop stehen und sahen und entdeckten und fragten und erklärten sich gegenseitig. Oft brauchte es Überredungskunst, um sie davon zu überzeugen, dass auch in der nächsten Tierbehausung etwas Spannendes zu sehen ist. So besuchten wir in fast fünf Stunden höchstens den halben Zolli. Aber oft hat sich die Geduld gelohnt. Wir wissen nun, dass das Nilpferdbaby (gerade ein Vierteljahr alt) unter Wasser bei Mami trinkt und alle halbe Minuten nur kurz zum Atemholen auftaucht. Wir wissen jetzt, wie weit das Baby, das Mami, der Papi ihr Maul aufreissen können. Wir haben uns Geschichten ausgedacht, warum das Mami immer zwischen das Baby und den Papi schwimmt, aber plötzlich an Land geht, um zu fressen und nun darf der Papi auch bei dem Kleinen sein. Und dem perfekten Grosvati tat es unglaublich gut, als die perfekte Enkelin feststellte, dass er alle Tiere ohne zu lesen kannte. Ich war so stolz dass ich nicht mehr weiss, wie ich reagierte. Und ich hatte bereits vergessen, dass ich vor wenigen Stunden vor den Pinguinen in Anwesenheit vieler Zuschauerinnen und Zuschauer wiederholt von den Kaiserpinguinen sprach, obwohl leicht links von meinem Gesichtsfeld gross und deutlich stand: KÖNIGSPINGUIN. Nun: Kaiser und König sind beide adelig und die Pinguine haben in echt adeligem Stolz überhaupt nichts merken lassen, dass sie meinen Fehler bemerkt hätten.

    • ja, da kann ich mir den perfektgrosvati bestens vorstellen – solche Stunden mit Grosskindern sind Balsam für die Seele – der Balsam wirkt übere längere Zeit – dasselbe durfte ich kürzlich mit Enkelin und Zusatzenkelkindern erleben – und wenn dann den jungen Eltern auch noch so gut gedient ist – was wollen wir mehr?

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