Ja – nein – danke

Nach dem Frühstück:

„Mami, mache mir wieder emol Popcorn?“ – Ja, das können wir heute zum Znüni machen.

„Jetzt grad?“ – Nein, zum Znüni, etwa in zwei Stunden.

Im Laden:

„Mami, chaufe mir Manderinli? – Nein, die kommen von so weit her

„Aber i wett wieder mol eis. Chaufe mir eis?“ Also gut, ja.

„Mami, chaufe mir die do, wie heisse sie au?“ – Kaki, ja so eine können wir auch kaufen.

„Mami, chaufsch mir es Hello-Kitty-Ztrinke?“ – Nein.

„Mami, chaufsch öis es Brötli?“ – Nein, es gibt ja Popcorn zum Znüni.

„Mami, chaufsch öis es Yogi?“ – Nein.

„Mami, darf ich eis vo dene Süesse?“ – Nein.

Beim Znüni:

„Mami, ässe mir jetzt die Kaki?“ – Ja.

„Mami, darf i no mehr Popcorn ha?“ – Ja, ein Hämpfeli.

„Mami, darf i es Röhrli ha zum Trinke?“ – Äähm – ja.

„Darf ich zwei ha?“ – Nein!

„Mami, darf i no meh Popcorn ha?“ – Nein, sonst magst du dann kein Zmittag mehr.

„Mamiiii, darf i no meh Popcorn haaaaa?“ – Nein.

„Weroooooooom?“

Ja, es ist ihr Recht zu fragen und ja, es gehört sicher zu meinen Aufgaben als Mutter, alle diese Entscheidungen zu treffen, aus Überzeugung oder spontan oder auch mal aus Bequemlichkeit. Das ist bestimmt Teil der Erziehungsarbeit. Dass ich es oft anstrengend finde, hat wahrscheinlich mehr mit mir zu tun als mit den Kindern und ändert auch nichts daran, dass sie fragen müssen. Weil es zu ihren Aufgaben als Kinder gehört.

Aber was mir fehlt – und was zu ändern sowohl zu meinen Aufgaben als Erziehende wie auch zu ihren Aufgaben als Lernende gehört – ist ab und zu ein Danke. Danke, Mami, dass du Popcorn machst zum Znüni. Danke, dass du die Manderinli kaufst. Danke für das Röhrli. Das würde mich ein bisschen entschädigen für die Anstrengung des Entscheidens. Und es gäbe mir das Gefühl, einen weiteren Punkt auf der Erziehungs-to-do-Liste erfüllt zu haben.

3 Antworten zu “Ja – nein – danke

  1. Eine „Danke“ zu hören ist echt etwas Schönes. Auch ich lege wert darauf. Deshalb habe ich bei meiner Tochter schon angefangen „Danke Mama“ zu mir selbst zu sagen, da war sie gerade mal 1 Jahr alt. Einfach für sie zum Mitlernen – für ihren Wortschatz sozusagen :-). Und mit 2 Jahren überraschte sie uns dann ab und an mal mit einem „Danke Mama“. – Das tat so gut! Jetzt ist sie 3 Jahre geworden und im Trotzalter und manchmal sage ich wieder zu mir selbst „Danke Mama“ dass sie sich wieder erinnert, dass es schön ist einander Danke zu sagen. Auch ich bedanke mich bei ihr, wenn sie mir z.B. etwas bringt.

    • Ich hatte eigentlich auch die Vorstellung, dass man es mit genügend Vorbildfunktion hinkriegt, dass sie sich das „Danke“ angewöhnen, aber meine Kinder zeigen sich bis jetzt ziemlich resistent. Unterdessen denken sie immerhin häufig dran, ihre Fragen höflich zu formulieren, aber wenn sie mal haben, was sie wollten, ist es für sie erledigt. Wir bleiben dran :-).

      • Sehr witzig. Meine Kleine muss eher erinnert werden, höflich zu bitten anstatt: „Du musst…machen“ zu sagen. Wir bleiben auch dran 🙂 „Kannst du bitte…“ zu sagen.

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