Was ist schon normal?

„Was isch denn das?“, kichert der perfekte Sohn während des Kochens, „öppe e Gurke?!“ Erstaunt schaue ich zu ihm. Ja, das ist eine Gurke. Eine ganz normale, gerade, glatte, eu-genormte Gurke vom Grossverteiler. „Das isch aber e komischi Gurke“, amüsiert sich mein Sohn weiter. Langsam dämmert mir, woher seine Belustigung kommt. Wir haben seit Wochen nur Gurken aus dem eigenen und aus fremden Gärten gegessen und deren Formen waren alles ausser lang und gerade und sie hatten Stacheln statt einer glatten Oberfläche. „Ja, weißt du“, erkläre ich ihm, „das ist eine Ladengurke, keine Gartengurke.“ – „Aha.“ Nun schaut er die Gurke fast mitleidig an. „Die chunnt us em Lade? Jo denn…“

Ja dann – dann kann sie natürlich nichts dafür, dass sie so eine Komische ist. Aber im Garten wollen wir dann im Fall keine solchen haben! Keine so unmöglichen, komischen, geraden und glatten Gurken. Genauso wenig wie der Laden unsere krummen, stacheligen, unterschiedlichen haben möchte. So ist das halt mit der Normalität.

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