Die perfekte Herbstmütze

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Der perfekte Sohn steht in der „Mall“ des Einkaufszentrums und starrt vor sich hin. Seine Schwester hat gerade eine fantastisch schöne Herbstmütze ausgewählt, doppelseitig tragbar, auch unter dem Velohelm, seine Mutter kann sich vor Entzücken kaum halten und nun hat sich herausgestellt, dass es in seiner Grösse keine solche Mütze mehr hat.

„Ist es schlimm?“, frage ich ihn und er nickt stumm. „Dafür hast du vorher in der Börse etwas Tolles bekommen, oder? Und wir finden bestimmt ein andermal eine schöne Mütze für dich!“ Das ist alles ein ganz schlechter Trost, finden sowohl der perfekte Sohn wie auch die Macherin der fantastischen Mützen. Sie schaut ihn nachkenklich an. „Wir gehen in die Ferien… Aber erst in vier Tagen…“ Plötzlich strahlt sie über das ganze Gesicht. „Das reicht. Ich nähe dir eine Mütze und schicke sie dir!“ Nun strahlt auch der perfekte Sohn, nur ich zweifle noch. „Sind Sie sicher? Ich möchte nicht, dass Sie wegen uns Stress haben.“ – „Neinnein, das reicht wirklich.“ Wow.

Jetzt strahle auch ich. Besonders cool für den perfekten Sohn: Er darf den Stoff selber aussuchen und die nette kreative Frau lenkt ihn vorsichtig in Richtung violett und hellgrün, damit die Mütze auch noch passt, wenn die Rosa-Lillifee-Phase dereinst vorbei sein sollte. Beim Angeben der Adresse mache ich den Fehler, meinen Namen anzugeben, was der perfekte Sohn natürlich sofort korrigiert: Das Päckchen muss an ihn geschickt werden! Die immer noch strahlende Verkäuferin sieht das genauso und notiert sich den richtigen Namen. Und der perfekte Sohn, der Glückspilz, wird nicht nur seine fantastische Herbstmütze bekommen, sondern auch noch ein an ihn adressiertes Päckli!

Ich bin immer noch begeistert von diesem Erlebnis. Begeistert von der Freundlichkeit der Verkäuferin, ihrer Einfühlsamkeit, ihrer spontanen Bereitschaft zu Mehrarbeit. Begeistert davon, wie wunderschöne Dinge man nähen kann, wenn man es wirklich kann. Und begeistert von ihrem Angebot an selbstgemachten Kleidern und Accessoires. Aber schaut doch selber: www.sunnefädeli.ch unter TIMILO (wobei es sich lohnt, auch die anderen Rubriken anzuschauen, finde ich).

Ääh, ja, tatsächlich: Dem perfekten Mami hätten die über-drüber-Röcke sehr gut gefallen, leider musste es aber feststellen, dass beim Tragen derselben seine nicht ganz perfekten Hüften eher unvorteilhaft betont werden und so wäre es schlussendlich eigentlich  an mir gewesen, stumm vor mich hin zu starren. Aber wer könnte das schon, mit zwei so glücklichen Kindern an seiner Seite!

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