Was ist eigentlich schlafen?

„Was isch eigentlich schlofe?“, fragt das Kind, das den perfekten Ehemann und mich während seines ersten Lebensjahres mit seinen durchwachten Nächten an den Rand der Verzweiflung (und manchmal darüber hinaus) getrieben hat. Einen Moment lang denke ich: „Ach, wäre es so einfach gewesen? Es hätte ihm halt mal jemand erklären sollen, was von ihm verlangt wird, dann hätte er es schon gemacht!“ Doch dann merke ich: Das wird gar nicht so einfach mit dem Erklären…

„Also – beim Schlafen liegst du im Bett und hast die Augen zu…“ – „So?“ Der perfekte Sohn, der schon im Bett liegt, schliesst die Augen. „Ist das Schlafen?“ – „Nein!“, lacht die perfekte Tochter, „beim Schlafen kann man nicht reden!“ Also redet er nicht mehr. „Das ist aber auch noch nicht Schlafen“, wage ich einzuwenden und langsam nervt es ihn. „Wie geht denn Schlafen?“ Ich versuche ihm zu erklären, dass man einschlafen könne, wenn man all das mache: liegen, die Augen geschlossen haben und nicht sprechen. Das Einschlafen selber merke man dann nicht, erst wieder, wenn man aufwache. Bei so was Blödem und Unerklärbarem macht er also sicher nicht mit – er geht noch ein wenig kneten!

Am nächsten Abend fragt er wieder, diesmal zur Sicherheit mit der Ergänzung: „Ond worom muess me eigentlich schlofe?“ Das weiss der perfekte Ehemann: „Damit sich dein Körper erholen kann und du morgen wieder gut magst!“ Aha, das leuchtet ein. Wenn es einen Grund hat, kann man es ja versuchen, auch wenn man nicht weiss, wie es geht.

Am Morgen beim Wecken sage ich: „Siehst du, das, was du die letzten Stunden gemacht hast, war Schlafen. Gell, du weißt es nicht mehr, aber du hast es gemacht.“ – „Ja, aber das war mega kurz!“ Ja, so kam es mir diese Nacht auch vor, die perfekte Tochter findet allerdings, sie habe lange geschlafen. Na bravo, schon wieder so etwas Unlogisches!

Und so bestätigt sich einmal mehr: Schlaf und der perfekte Sohn – das passt einfach nicht zusammen!

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