Berufswahl

Es begann wieder einmal damit, dass der perfekte Sohn ein Traubenzucker wollte und ich nein sagte, weil es zehn Minuten vor dem Mittagessen war. Nachdem er mich eine gute Minute lang angeschrien hatte und ich immer noch nein sagte, dachte er sich eine Strafe für mich aus. „Wenn i keis Truubezückerli darf ha, darfsch du nid veruse.“ Ich akzeptierte die Strafe, gab aber zu bedenken, dass dann die Maiskolben auf dem Grill verkohlen und ich nicht draussen tischen könne. Nach reiflicher Überlegung änderte er die Bedingungen dahingehend: „Du darfsch de Mais chehre, aber i tue tische.“ Damit war ich mehr als zufrieden, stellte ihm alles bereit, was auf den Tisch gehörte und er deckte den Tisch. Den Traubenzucker vergass er.

Später sassen wir beim Essen und er fand, er habe das mit dem Tischen schon sehr gut gemacht. Ich bestätigte dies aus ehrlichem Herzen und er ergänzte: „Wenn i gross bi, wird ich glaub Tischer.“ – „Gute Idee!“ – „Und Abtischer au no grad. I hilfe dir nämli au bim Abtische.“ – „Das freut mich!“ Als es so weit war, war es dann aber doch zu anstrengend, das mit dem Abtischen. Wahrscheinlich wird er doch nur Tischer.

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