In der Nähschule

Beflügelt von meiner veröffentlichten Erfolgsmeldung setzte ich mich gestern an die Nähmaschine. Knieflicken die nächsten und zusätzlich Löcher im Ärmel eines Sohn-Shirts zunähen.

Glücklicherweise ist das Shirt jeansblau, ich kann also den gleichen Faden verwenden wie für die Flicken. Den jeansblauen Faden habe ich erst kürzlich gekauft und muss noch eine Spule damit füllen. Ich lege ihn also bereit und stelle fest, dass mir wieder nicht klar ist, wie das mit dem Spulenfüllen geht. Kein Problem – das Handbuch liegt griffbereit – alles klar – und wo ist jetzt der Faden? Ach ja, hier. Hm, ist der so hell? Ich hatte ihn dunkler in Erinnerung, aber dann halt. Die Spule füllt sich, ich lege sie ein und versuche in meinem Näherinnen-Hochgefühl wieder einmal die automatische Fadeneinfädlung aus. Mit Handbuch, was aber auch dieses Mal nichts nützt. Ich kann es nicht, das oben hinten vorne durch und dann durch die Öse und hinter dem Riegel durch und quer hinten oben unten links direkt zum Fadenabschneider und dann sofort loslassen. Also fädle ich von Hand ein, nehme das Shirt, würge den Ärmel ans richtige Ort (nein, man kann tatsächlich nichts mehr wegnehmen an der Maschine) und nähe souverän im Zickzack-Stich das Loch zu. Aber – die Farbe stimmt überhaupt nicht, stelle ich fest, als ich fertig bin. Jeansblau, oder? Ich sehe mich um und da liegt er, der jeansblaue Faden, unberührt. Ich habe den falschen Faden auf die Spule getan und damit genäht! Egal, jetzt kann ich es gleich noch einmal üben, so wird man schliesslich Meister. Also Naht auftrennen, jeansblauen Faden auf die Spule rattern lassen, einfädeln (diesmal gleich von Hand), probenähen auf einem Stück Stoff – Wirrwarr! Katastrophe! Der Spule hat es ausgehängt, sie schmeisst mit ihrem Faden wild um sich. Ich bringe alles sachte in Ordnung und mein näherisches Hochgefühl will jetzt doch langsam schwinden. Zweiter Versuch – gleiche Katastrophe, aber noch etwas schlimmer, denn jetzt klemmt der Faden furchtbar. Schliesslich kann ich ihn lösen, vorsichtiger dritter Versuch. Aha, jetzt geht es, ich mache das Shirt-Gewurstel noch einmal und dieses Mal kommt es gut, das Shirt ist geflickt. Was der perfekte Sohn dazu sagen wird, weiss ich allerdings nicht, er fand sein Daumen-Loch im Ärmel nämlich ziemlich cool.

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