Hintergrundgeräusche

Ob ich einfach zu viele Infos gebe den ganzen Tag? Ob sich die Kinder so gewöhnt sind, meine Stimme zu hören, dass sie gar nicht wirklich zuhören können? Ob sie wissen, dass es sich die Hälfte der Zeit eh nicht lohnt?

Meine Selbstwahrnehmung jedenfalls ist eine total andere. Ich meine, dass ich wirklich meine, was ich sage. Und sage, was ich meine. Und auch mal nichts sagen kann. Und es macht mich hässig, wenn ich einfach wie Hintergrundmusik behandelt werde. Und es stört mich, dass ich dann laut werde, um gehört zu werden, denn damit bestätige ich den Kindern ja, dass ich mich schon melde, falls ich es ernst meine.

Natürlich geht es ihnen oft genau gleich. Wie oft habe ich schon ein entrüstetes „Mami, losisch mer zue!?“ gehört und musste gestehen, dass ich es nicht getan hatte. Weil ich schon zu viele Wörter gehört hatte an dem Tag. Weil ich an etwas anderem herumstudiert hatte. Weil ich abgelenkt, resp. auf anderes konzentriert war (z.B. Auto fahren oder kochen oder sonst etwas total Unwichtiges im Vergleich zu einer Kinderfrage oder -geschichte). Weil ich dem perfekten Sohn nicht schon wieder sagen mochte, er solle deutlicher reden. Weil es manchmal tatsächlich nichts macht, wenn ich nicht jedes Wort mitkriege.

Ich meine das nicht böse. Und die Kinder meinen es umgekehrt sicher auch nicht böse. Trotzdem könnte ich versuchen, ein bisschen weniger Infos zu geben. Oder bei wichtigen Infos im Vorfeld sicher zu stellen, dass die Empfänger bereit sind zum Zuhören. Damit in den Geräuschvordergrund rückt, was dorthin gehört.

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