Perfekt Wellness

Der perfekte Ehemann und ich verbrachten das Wochenende in einem Wellness-Hotel im Berner Oberland, während die Kinder zwei perfekte Tage bei den Grosseltern erleben durften („Mer händ bem Poschte öppis dörfe ussueche!“ – „Mer händ Schöfli gseh, wo grad i de Nacht of d’ Wält cho sind.“ –  „’s Grossmami het zweimol Härdöpfustock gmacht und einisch Älplermagrone mit Öpfelmues.“).

Auf dem Prospekt und im Internet bietet unser Hotel eine sagenhafte Aussicht auf See und Berge, aber davon war in den letzten Tagen nichts zu sehen. Umso entspannender, so mussten wir uns beim Essen und Baden nicht um die Panoramaplätze bemühen. Es gab keine Spaziergangpflicht und überhaupt keinen Grund, das Hotel je einmal zu verlassen. Wir betraten es um halb fünf am Freitagnachmittag und verliessen es am Sonntagnachmittag um zwei Uhr wieder. Dazwischen lagen Baden, Sauna, Essen, Massage, Zweisamkeit, Lesen, Bar, Reden, Schreiben, Ruhen – in beliebiger Abfolge und völlig frei von jeder Verpflichtung.

Es gelang uns Beiden, praktisch sofort in den „Entspannungs-Modus“ zu fahren und die Zeit einfach zu geniessen. Zeit. Unmengen. Pflichten. Keine. Sauna oder Lesen? Erst das eine, dann das andere. Und dazwischen noch Kaffee und Kuchen. Baden oder Ruheraum? Einer badet, die andere ruht, man trifft sich nachher im Zimmer. Zusammen Mojito trinken oder allein eine Zigarre rauchen? Eins nach dem anderen. Fleisch- oder Fischmenü? Heute dies, morgen das. Kosmetik oder Massage? Gesichtsmassage bei der Kosmetikerin. Schreiben oder die Gedanken schweifen lassen? Es reicht für beides. Die Kinder anrufen oder nicht? Grossmami fragen, sie nimmt uns die Entscheidung ab. Einzig die fantastischen Buffets liessen das Gefühl aufkommen, bestimmt etwas besonders Feines verpasst zu haben. Aber in welche Ecke des Bauches hätte man das denn noch tun sollen?

Wir badeten dieses Wochenende nicht nur im Solebad, sondern in der puren Entspannung. Und als es Sonntagnachmittag um zwei Uhr wurde? Da packten wir alle unsere Sachen ins Auto und machten doch noch den Spaziergang zur Sehenswürdigkeit des Ortes. Und erhaschten dabei sogar ein wenig Aussicht auf den See. Danach stiegen wir ins Auto und freuten uns auf weitere eineinhalb Stunden Zeit zum ungestörten Plaudern. Und je näher wir der Heimat kamen, umso stärker spürte ich: Da fehlt etwas. Sie fehlen mir. Meine plappernden, so viel Zeit beanspruchenden Kinder – ich freue mich, sie bald wieder bei mir zu haben!

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2 Antworten zu “Perfekt Wellness

  1. Wie wunderbar! Solche Zeiten sind allen Eltern zu empfehlen, zu ermöglichen und von Herzen zu gönnen!

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