Das Ende ist nah

20 Uhr, der Feierabend lockt…

„Ich gehe nach oben und räume dort auf. Und nachher ist Zeit fürs Pijama“, kündige ich an und wenig später rufe ich, es sei so weit. Ich bin allein fürs Gute-Nacht-Ritual, welches ich lieber zusammen mit dem perfekten Ehemann angehe. Warum?

Die Kinder kommen fröhlich die Treppe hinauf und die perfekte Tochter stürzt sich ins Zimmer, aus den Kleidern und ins Pijama, bevor ich ganz fertig bin mit Aufräumen. „I ha gwonne!“ schreit sie, worauf der perfekte Sohn jammert: „I ha gar keis Wettrönne gmacht!“ – „Komm“, motiviere ich ihn, „sie war zwar schneller, aber wir hatten ja noch gar nicht angefangen. Wir schauen, ob wir auch so schnell sein können!“ – „Wo esch mis Bienli?“ ruft die perfekte Tochter, „ond dis Mariechäferli? Chonsch mer cho hälfe sueche?“ Und schon sind beide wieder auf dem Weg in den unteren Stock. Die Mission Stofftiersuche ist erstaunlich schnell erfolgreich und begeistert rennen die Kinder die Treppe wieder rauf, in unser Schlafzimmer, rugeln kreischend über unser Bett und die perfekte Tochter knallt mit dem Fuss ans Nachttischli. „Au! Mami, das tuet weh!!!! I ha de Fuess agschlaage!“ – „I au“, heult der perfekte Sohn mit, „ a dim Chössi!“ Sie humpeln zu mir und ich bekomme dadurch immerhin Gelegenheit, ihm das Pijama anzuziehen. Unterdessen hat die perfekte Tochter die nächste Stofftiersuchrunde eingeläutet und ich mache schon mal die Zahnbürsten bereit. Bald kommen beide Kinder ins Badezimmer, der perfekte Sohn mit seinem Würfelkästchen in der Hand. „I mache no so eis“, verkündet er und schon landen 49 Holzwürfel auf dem Badezimmerboden. Einatmen, ausatmen, einatmen,… Freundlich erkläre ich, ich würde ihm zuerst die Zähne putzen und dann helfen, die Würfel einzuräumen. „Nei, i wott elei!“ Auch gut, dann putze ich solange der perfekten Tochter die Zähne. Das Kästchen muss man, wenn man fertig ist mit Einräumen, kippen, um das Muster, das auf der anderen Seite entstanden ist, zu bestaunen. Als Unterlage zum Wenden bringt der perfekte Sohn ein Kartonpuzzle. „Halt! Wenn ihr das kippt, leert es aus!“ „I wott es Puzzle mache!“ „Nein! Ihr kippt das Würfelkästchen mit diesem Karton da, dann erzähle ich eine Geschichte und dann ist Feierabend!“

Während der Geschichte muss der perfekte Sohn einmal seine Nuggis und Stofftiere holen und die perfekte Tochter hat das Bienli wieder verloren. Dann gehen beide aufs WC, haben Durst, eine braucht noch Salbe für den Po, der andere fürs Gesicht, Schnupfenspray für beide. Drei Anläufe fürs Gute-Nacht-Lied, Gebet, und nun liegen sie im Bett, ich neben der perfekten Tochter, nachher werde ich zu ihm wechseln, je zwei Minuten wie jeden Abend. Kaum liege ich bequem neben ihr, quengelt er: „Mini Decki isch nid grad!“ Ich springe aus dem Bett, schreie aus tiefstem Herzen „AAAAAAAAAAHHHHHHHH!“ und zupfe die Decke zurecht. Schlüpfe unter dem übermütigem Gelächter meiner Kinder zurück ins Bett und atme tief durch. Zwei Minuten da, zwei Minuten dort und dann runter und an den Compi. Feierabend. Finally.

Was die Kinder jetzt machen? Sie sind im Spielzimmer, das ich vor einer Stunde aufgeräumt habe, und spielen zusammen.

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