Geteiltes Leid

Es war schlechte Stimmung auf dem Heimweg von der Bibliothek. Alle waren wir gereizt, es war dunkel, die Strassen glitschig, viel Verkehr – mindestens ein Kind weinte immer und ich kämpfte darum, die Kinder und meine Nerven im Griff zu behalten. Da tauchten vor uns drei Silhouetten auf, eine grosse und zwei kleine und die Geräusche, die von ihnen ausgingen, hätten unser Echo sein können. Ein Mami mit ihren zwei Kindern, wir kennen uns vom Sehen, aber der Blick, den wir im Dunkeln tauschten, war voll tiefer Verbundenheit. „Habt ihr auch so gute Stimmung?“ fragte ich und fühlte mich schon besser. „Oh ja! Und dann ist es noch so rutschig – und der Verkehr!“ Wir hatten eine Zeitlang den gleichen Weg und zu sechst ging es so viel einfacher. Kein Kind weinte, keins blieb lange stehen und wir Mütter unterhielten uns über ihren Köpfen fast ungestört. Es tut gut, nicht allein zu sein.

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