Slipping trough my fingers

Mein Lieblingslied von ABBA aus dem Film „Mamma Mia“:

Schoolbag in hand, she leaves home in the early morning
Waving goodbye with an absent-minded smile
I watch her go with a surge of that well-known sadness
And I have to sit down for a while
The feeling that I’m losing her forever
And without really entering her world
I’m glad whenever I can share her laughter
That funny little girl

Slipping through my fingers all the time
I try to capture every minute
The feeling in it
Slipping through my fingers all the time
Do I really see what’s in her mind
Each time I think I’m close to knowing
She keeps on growing
Slipping through my fingers all the time

Es hat noch eine Strophe, aber heute Morgen ist genau dieser Teil aktuell. Ersetze „schoolbag“ durch „Waldrucksack“ und das „absent-minded smile“ durch den Ausruf „Mer müend go, die andere send scho verbii gloufe!“ und schon stehe ich da, kann der perfekten Tochter gerade noch nachwinken und ihr ein Luftküsschen schicken (das sie immerhin erwidert) und weg ist sie. Natürlich bin ich stolz auf sie, dass sie sich jetzt so selbstverständlich von mir verabschieden kann. Natürlich freue ich mich, dass sie Gspänli hat, die ihr in dem Moment wichtiger sind als ich. Natürlich weiss ich, dass sie in ein paar Stunden wieder kommt, sich freut, mich zu sehen, mir erzählt, was sie alles erlebt hat, es geniesst, dass wir über Mittag „Frauenzeit“ haben, da der perfekte Sohn in der Waldspielgruppe Zmittag isst.

Und doch stehe ich da, selber mit einem absent-minded smile im Gesicht und dem Gefühl, dass ich gar nicht bereit bin, sie so gehen zu lassen. Ohne sie noch einmal fest gedrückt zu haben, ohne ihr ein „Bhüeti Gott“ zugeflüstert zu haben. Loslassen, zulassen, dass sie mir durch die Finger schlüpft und ihre eigene Welt hat, zu der ich keinen Zutritt habe – das scheint heute Morgen meine Aufgabe zu sein. Es ist die Geschichte mit den Wurzeln und den Flügeln, die mich begleitet, seit ich mein perfektes Töchterchen vor über zwei Jahren dabei begleiten durfte, ohne mich in die Waldspielgruppe zu gehen. Wie war ich stolz, als sie es geschafft hatte und mir nachher glücklich in die Arme flog! Ich bin auch heute stolz, wirklich, und freue mich, dass sowohl die Wurzeln wie auch die Flügel gewachsen sind und weiter wachsen. Die Welle der wohlbekannten Traurigkeit wird vorüber gehen und solange sie da ist, lasse ich sie zu und erlaube mir, ein wenig melancholisch zu sein und als Mutter mitzuwachsen – mit meinem funny little girl.

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