Die Weisheit liegt im Broccoli

Wie sieht er denn nun konkret aus, der perfekte Umgang mit meinem perfekten Sohn? Die Grosszügigkeit und das Verständnis im Kuddelmuddel des Familienalltags?

Zum Beispiel am Mittagstisch, der Zeit vor der von allen benötigten Mittagsruhe, in der die Nerven schon mal kurz davor sind, blank zu liegen? Im Spannungsfeld von Anstand-am-Tisch-lernen und gemütlichem Essensgenuss? „Mami, darf i no meh Sosse ha?“ Zum dritten Mal, während alles andere immer noch die erste Portion ist. „Ja, wenn du noch ein Stück Broccoli gegessen hast.“ – „I wott Sosse!“ -„Iss einen Broccoli und du kriegst Sauce.“ – „I WOTT SOSSE!“ -„Ich möchte nicht, dass du dir den Bauch nur mit Sauce füllst, sondern dass du von allem isst. Das ist gesund.“ (Oje, was man als perfekte Mutter für Dinge sagt…) „NEI!!! I WOTT SOOOOOOSSSSEEEE!“ Perspektivenwechsel. Kein Machtkampf. Nichts verlangen, was er in dem Moment nicht einhalten kann. Regeln lernen wir in einem anderen, weniger spannungsreichen Lebensabschnitt. Durchatmen. „Okay, gib mir deinen Teller, du kriegst Sauce. Und dann isst du den Broccoli. Gut so?“ „Jo.“

Und so geschieht es. Sauce auf dem Teller, Broccoli im Mund, Friede am Tisch.

Eine schöne Begebenheit, die ich natürlich gern aufschreibe. Nicht dass es mir immer gelingt, aber das Verblüffende ist, dass es tatsächlich häufig so läuft. Dass ich mit einem kleinen Nachgeben die ganze Situation ändern kann, sodass es uns Beiden wohl ist. Die Wutanfälle sind seltener geworden und viel weniger heftig. Das ist wirklich perfekt und lässt  mein Mutterherz frei und leicht sein.

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